Out with the old, in with the new ODER: die ersten Fair-Fashion-Teile sind da…

2017-06-23-12-08-07.jpg

Dezent und umweltverträglicher weil ohne Plastik verpackt: neue Teile für neue Wege.

„Geduld ist die Tugend des Erhabenen“, habe ich als Kellnerin immer jenen wunderbaren Lieblingsgästen erklärt, die der unglaublich charmanten und überhaupt nicht großkotzigen Meinung waren, sie hätten sich in einem übervollen Lokal als einzige meine absolute und ungeteilte logistische Aufmerksamkeit verdient (aber das ist eine andere Geschichte, Stichwort: Dirty Deeds). Dank einprägsamer Erfahrungen bin ich dementsprechen als Gästin (oder Kundin) auch geduldig, aber auch nur in diesen Kontexten. In allen anderen Lebens- und Alltagsbereichen, deren Erledigung und Organisation großteils nur von mir selbst abhängt, erledige ich am liebsten alles unmittelbar sofort insgesamt JETZT, auch wenn das gar nicht immer möglich ist. Und eigentlich selten möglich ist, aber egal.
Erhabenheit wird total überbewertet.

Seitdem mein Schrankinhalt ein wenig geschrumpft ist und ich mich endlich mal ausführlich mit Nachhaltigkeit, Fair-Fashion und Low/Zero-Waste beschäftige, habe ich also beschlossen, dass die wenigeren, ausgewählten Teile, die da denn in Zukunft irgendwann mal einziehen dürfen, nicht nur ästhetischen, sondern auch fairen und nachhaltigen Kriterien entsprechen sollen. Weil ich mit dieser wichtigen Horizonterweiterung aber auch irgendwie etwas spät dran bin, habe ich natürlich demtentsprechend viel angesammelt, was die bei Hennesundehschonwissen (&Co.) eigentlich auch gerne wieder zurückhaben dürfen (aber natürlich nicht wollen, unter anderem auch, weil vieles schon länger lagert, der trendaffine Fast-Fashion-Markt mit sparefrohigen Antitrendlern wie mir und meinen alten Teilen aber eher weniger anzufangen weiß). Mit meiner Flohmarktware habe ich dabei noch weniger neuerkannte ideologische Probleme als mit ein paar Lieblingsteilen, die ich immer noch gerne mag, weil es eben Lieblingsteile sind, auch wenn ich dort, wo sie herkommen, nicht mehr nach solchigen suchen werde. Diese ganz besondere Art von Lieblingsteilen, von denen ich hier spreche, ist zahlenmäßig übrigens sehr überschaubar…weshalb ich immer noch finde, dass trotz Ausräumen zu viel Klamotte im Schrank ist. Aber manchmal braucht das Rumräumen eben auch mehrere Etappen, bis man am Ziel ist – und ich bin ohnehin berüchtigt für meine schnörkelschönen Ab- und Umwege…

Am liebsten würde ich ja – mit Blick auf meine zuvor bereits erwähnte Ungeduld – den gesamten Klamottenbestand (stark reduziert) austauschen, sodass ich fortan in einer fairen, feinen (Traum)Welt leben darf. [Absolut liebste Lieblingsteile ausgenommen – gekauft hab ich sie ja ohnehin schon, da kann ich sie dann auch gleich bis zum bitteren Ende auftragen…] Einen Rundum-Austausch kann ich mir aber natürlich nicht mal ansatzweise leisten, deshalb muss ich mich in Geduld üben und darf in kleinen Schritten in Zukunft neues (und vielleicht auch schon getragenes „neues“) bei mir zuhause begrüßen. Is ja genau meines, das mit der Geduld und so…

Die ersten schwarzen und weißen Basic-Shirts sind aber gerade eingezogen. Und nein, ich habe nicht vor, nochmal einen Riesenhaufen weißer T-Shirts anzusammeln. Aber zwei, drei für die unkreativen und farblosen Safeplayer wie mich darf es dann auch sein. Weil ich nachhaltig und fair ja gerne und vor allem mit minimalistisch verbinden möchte, und da sind solche (Nicht-)Farben eine gute Wahl, weil die zu allem und auch miteinandern funktionieren, und man dementsprechend weniger braucht [jaaaa, theoretisch zumindest, jenseits der großelterlich-wohlmeinenden „Kann man alles nochmal brauchen, wird alles aufbewahrt“-Haltung]. Und im Sinne meiner Anfängerinterpretation von halbwegs nachhaltigem Minimalismus werden dementsprechend ein paar Fast-Fashion-Fummel jetzt in ihr nächstes Leben als Putzlappen transzendieren…damit mehr Platz ist und (so wäre das hehre Ziel) auch bleibt. Und anstelle der transzendentalen Wischmoppübergänger zumindest nix schnelles mehr nachwächst.