Mind the pick-up artist oder: ich kotz gleich…

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Niemand will ein Bild sehen, dass man mit pick-up artists in Verbindung bringen kann. Niemand. Deshalb an dieser Stelle lieber ein  Plüschbär. Viel besser.

Neben den diversen Jobs und Jöbchen in der sekundären Textoptimierung sowie der allgemeinen Textgestaltung (bei ganz viel Zeit und Langeweile nachzulesen hier, hier und hier, in leider umgekehrter Reihenfolge) durfte ich vor kurzer Zeit auch ein ganz besonderes Highlight textueller Mitschuldigkeit verantworten, nämlich die Übersetzung einiger E-Books vom Englischen ins Deutsche (was ich nicht alles kann, solange es kein Niveau braucht…).
Dem Konzept des Ibuks als Möglichkeit zur beinahe schwellenlosen und in einigen „Genres“ eher überproportionalen Selbstvermarktung stehe ich eher  skeptisch gegenüber, da der Endverbraucher in dieser seltenen Ausnahme von manchen Gatekeepern (MANCHEN, wenigen, einzelnen!!!) vor fadenscheinig-fragwürdigen Ergüssen und unnötigen Fehlinvestitionen geschützt wird. Und nach genauester Lektüre und Sprachübertragung darf ich die Machwerke, die da über meine Festplatte gewandert sind, durchaus dazuzählen:  E-books „of internationally acclaimed and highly successful pick-up artists“ (also diversen Schmalzbracken mit STD-Flatrate), die ihr geheimes und höchst aufschlussreiches Wissen nach jahrelangen Testphasen ENDLICH (gegen eine in Anbetracht der Erkenntnisse verhältnismäßig geringe monetäre Zuwendung) mit der Welt teilen. Endlich!

Auf durchschnittlich 150 Seiten erschließt sich einem dann dieses „Wissen“, das im Endeffekt keine neue Erkenntnis in sich trägt, und das für teuer Geld. Weniger „über Jahre konzipierte und erprobte Vorgehensweisen, die dich, wenn du ihnen genau folgst, fast immer zum Erfolg führen (also zum Abschlussfick)“, sondern vielmehr eine knackige Mischung aus Verhaltenspsychologie, Kommunikationswissenschaft, NLP und einer Prise Spieltheorie im Abgang, die jeder drittklassige Möchtegern-Flachwichser mit perfekter Einhandmotorik und einem „How I Met your Mother“/“Two and a half men“/Porno-Halbwissen genausogut draufhat, gratis und (auch für die zeitabschnittbeteiligten weiblichen Beschlafutensilien) völlig umsonst. Zudem ist das sogenannte „Wissen“ dieser PUAs (die Szenebezeichnung für „pick-up artists“) keineswegs auf Schwanzträger beschränkt, denn da es sich um geschlechtsneutrale allgemeine Erkenntnisse verschiedener Forschungsgebiete handelt, kann man den Dreck als Frau genauso gut durchziehen, sofern man dabei vor lauter verhaltenem Lachen nicht erstickt. „Stelle dein Gegenüber in den Mittelpunkt, indem du Aufmerksamkeit und Interesse vortäuscht, schaffe eine scheinbare Verbindung durch sich langsam steigernden Körper- und steten Blickkontakt und zeige deine Stärken/Werte, ohne deine Schwächen/Menschlichkeit auszuklammern“ sind ein alter Hut und werden in Teilen sogar bei Bewerbungscoachings trainiert. Das ist so fad wie es klingt, egal in welcher Sprache.

Wenn man die sogenannten „Erfahrungsberichte“ der „Künstler“ lesen und sogar noch übersetzen darf, dann wird schnell klar, dass man es hier mit durchschnittlichen Anmachsprüchen zu tun hat, die einzig und allein eine gewisse verbale Vollständigkeit und eine gekünstelte Flexibilität in der interpersonalen Handhabung auszeichnet. Sprich: es wird in halbwegs vollständigen Sätzen gesprochen und bei vermeintlich unerwarteten Anworten (also alles, was man im weitesten Sinne als „unbeschlafbar“ interpretieren könnte) entsprechend flexibel reagiert und manchmal sogar aufgegeben, was überraschend erscheinen mag, aber durchaus Logik hat. Schließlich will niemand sein Ego riskieren, schon gar nicht in einem Schema, das nur aus Ego besteht.
Weiters findet sich auch ein reichhaltiges und teils höchst originelles Vokabular, das mit linguistischen Meisterwerken wie „Full Close“ (beschreibt die erfolgreiche Endbesteigung), „Street Sarge“ (umschreibt den Plan, Frauen auf der Straße aufzureißen, manchmal auch als „Straßenstrich“ bekannt), oder, mein persönliches Highlight, das „Target“ (also das Beschlafungszielobjekt) brillieren kann. Alles zusammen also die wunderbar professionell geschaffene Illusion einer Welt mit eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten – das Holodeck auf der Enterprise lässt grüßen.

Einige Absurditäten dieser literarischen Ergüsse ergeben sich aber gar nicht mal aufgrund der unbeschreiblich sagenhaften Kompetenz der Verfasser, sondern mehr aus den kleinen interkoninentalen Unterschieden im kulturellen und sozialen Habitus.
So ist es in ‚unseren Breiten‘ nach wie vor weitestgehend unbekannt, dass Dates gezählt werden und es dementsprechend eine besondere Leistung sein soll, das Beschlafungszielobjekt bereits nach dem ersten Treffen in die Horizontale befördern zu können (außer bei Kevins/Tschastinns/andereKindermitgreislichenNamen unter 35; da ist alles in der Horizontalen ein Ereignis). Dass der berufliche Status und das entsprechende Einkommen praktisch gleich zu Beginn aus taktischen Gründen mitgeteilt werden – jawoll, richtig geraten, Mann möchte von der ersten Sekunde an beeindrucken – kann jenseits des geografischen Zentrums von Schein statt Sein eher befremdlich wirken, vor allem, wenn man einvernehmlich ohnehin nur einmal drüberrutschen möchte. Das so mancher Teil des potentiellen Zielpublikums in dieser Rubrik zudem mit kaum mehr als dem Umstand, dass er des Lesens und Schreibens mächtig ist, punkten kann, wird ebenfalls geflissentlich ignoriert. In dem Land, dass gerade wieder großartig gemacht wird, sind alle PUAs jung, attraktiv, vermögend, erfolgreich und dauergeil, und somit gilt das als Credo für den Rest der Welt. Wie sonst halt auch bei Zeugs, das aus den USA kommt.

Und wenn du es nicht draufhast, dann haste eben Pech – in diesem Fall lautet das kostenlose und realitätsnahe Fazit:

Kannste die Beute nicht ergattern,
muss  die Handmaschine rattern…

Und zum Abschluss jetzt noch diese wunderbare Definition von „pick-up artists“ im urban dictionary:

An overrated self-help movement started by frustrated 30 year old virgins turned amateur con-men that attempts to systematically change meek nerds into false-confident assholes.
„Why is that guy who usually wears videogame t-shirts and unkempt hygiene suddenly wearing douchey sunglasses indoors with a bad haircut and trying to insult every girl in here?“
„Oh him? He read a PUA book
im Original nachzulesen hier 🙂

Help yourself oder: Hamm’se das auch in nicht-pink?

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Die holde Nebenerwerbstätigkeit, die bei selbstverschuldeter unsachgemäßer Zeitplanung oftmals zur intellektuellen Hauptherausforderung wird, birgt nicht nur finanzielle (Teil)Absicherung, sondern manchesmal auch unerwartete Inspiration für unentgeltliche Nebentätigkeiten; einfacher gesprochen: der Alltagswahnsinn kennt keine Grenzen. Auch und gerade nicht im Einzelhandel, der mir neben anderen Sachen ebenfalls bei der Begleichung meiner Lebenserhaltungskosten behilflich ist.

Meinereiner verdient sich in einem Laden für Kinderspielzeug und -accessoires (Altergruppe etwa 0-4) „was dazu“. Meinereiner ist zudem glücklichst freiwillig kinderlos – nach einem langen Arbeitstag durchwegs noch glücklicher ob dieses Umstands. Kurzum: man findet also beim Öffnen der Ladentür eine durchwegs kompetente und hocherfahrene Beratungskraft für den Erwerb von Beschäftigungs- und Dekoequipment für untergroße Noch-Nicht-Erwachsene vor, zumindest in der Theorie. Praktisch bediene ich mich i.d.R. einiger weniger Standardaussagen, weil gerade im Alter zwischen 0 und 4 schlicht noch nicht so umfassend der Bär steppt, wie sich das diverse hochambotionierte angehende Waldorf/Montessori-Eltern gerne vorstellen, meist unterstützt durch eine linguistisch durchwegs hochgeschraubte Marketingrhetorik, die einem auch noch den durchgesifftesten Wattebausch mit Holzspanresten als „haptisches Wunderwerk der frühkindlichen Wahrnehmungserfahrung“ verkauft. Tatsache.

Im Kinderbedarfshandel hat man es meist mit fröhlichen Leuten zu tun, was ebenso meist eine angenehme Verkaufsatmosphäre begünstigt. Gröbere Stressfaktoren ergeben sich allerhöchstens durch freilaufende Kinder, aber jeder Job hat seine Mankos, da muss man sich arrangieren. Gefaktes Interesse am schlafenden Nachwuchs im Kinderwagen oder ähnliches wird glücklicherweise selten gefordert, etwaige Gespräche zu Alter, Größe, Futtergewohnheiten und Stuhlgang selbigen Nachwuchses ergeben sich normalerweise nur durch Nachfrage des Verkaufspersonals und somit meinerseits nie, was ebenfalls einen freundlichen und effizienten Ablauf der professionellen Interaktionen begünstigt. Wenn also in solch lieblicher Umgebung jemand aufschlägt, deren „gute Laune“ einem förmlich duch den halben Laden entgegenweht, dann hat das nicht nur Seltenheitswert, sondern birgt auch eine gewisse Ironie in sich.

Deutlicher gesprochen: wenn einem 30 Jahre ambitioniert gepflegter Alkoholismus anmutig ins Gesicht blicken und eine leicht krächzende (Ex?)Raucherstimme, bemüht um eine korrekte Aussprache, die spannende Frage „Hamm’se auch Bussel?“ äußert, dann liegt die Vermutung nahe, dass heute vielleicht mal ein wenig Abwechslung in den Laden kommt. 
Die Dame sieht sich kurz um, das Vuittontäschchen rutscht ihr dreimal von der Schulter, die Chaneltreter quietschen; sie sieht gutbetucht und völlig hinüber aus. Weit entfernt von Tetrapack und Selbstgedrehter wird hier der Leberzirrhose auf Basis von Sektfrühstück ohne Frühstück und einem „gepflegten (Fass) Wein nach Feierabend“ gehuldigt; weniger, ähm, „angeschickert“ würde Madam definitiv zu unserem Zielpublikum zählen, Stichwort „betuchte Großmutter im Jugendwahn“. 
Nachdem sich die erste Überraschung gelegt und man aus purem Selbsterhaltungsstrieb beschlossen hat, aufgrund der völlig neuen olfaktorischen Erlebniswelten nur mehr ganz flach ein- und auszuatmen, antwortet man ganz kompetent mit „ja natürlich“. Mutig schreitet man durch die Wolke an liebevoll kultivierten Ausdünstungen, um die „Bussel“-Ecke zu erreichen und dem Wunsch der Kundin zu entsprechen. Selbige bemerkt die Bewegung im Raum, fasst sich  ein Herz, dreht sich hochkonzentriert und schwungvoll eineinhalb Mal, und dann noch ein halbes Mal, und torkelt einem auf unsicheren flachen Tretern nach. Ein Schauspiel der Selbstkontrolle auf höchstem Niveau, nur eine Nacht im Weinkeller ist schöner. Die „Bussel“ schillern in allen möglichen Farben und Formen für die Altersgruppe von Null bis Vier, es werden die beliebtesten Dauerbrenner vorgestellt, damit auch mal was weitergeht. Den gelblichen Zeigefinger beinahe zielsicher zwischen Wand, Regalboden und einem pinken Ballerinapuzzle rangierend kommt es zum Gesprächshöhepunkt:

„Hamm’se das au in ned-pink? So unrosa halt?“
„Nein, das Ballerinapuzzle gibt es leider nur in pink, es ist aber auch das einzige in pink. Ansonsten haben wir aber viele Puzzle in anderen Farben.“
„Hm, ähm, äha. Hamm’se noch was anderes zum schpielen für so Kleine?“
„Nein. Leider.“

Ich hätte natürlich nach dem Alter und etwaigen Interessen des Kindes fragen können – im Normalfall hilft sowas enorm weiter. Ich hätte mir mehr Zeit für die Dame nehmen können, schließlich gibt es Leute die behaupten, dass auch Säufer Menschen sind – und nach drei Jahren Gastgewerbe bin ich Leute mit Schlagseite ja auch durchaus gewohnt. Ich hätte sie nach ihren ungefähren Vorstellungen im Sinne der Goetheschen Farbenlehre befragen und ihr in ihrem Zustand vermutlich den halben Laden andrehen können, solange es die richtige Farbe gehabt hätte. Ich hätte ihr einen Eimer Wasser, eine Packung Pfefferminzbonbons und einen guten Therapeuten empfehlen können.

Hätte, hätte, Fahrradkette…

Wer so deutlich nach hart erarbeiteter guter Laune riecht und trotzdem noch nicht brennbar ist, der kommt auch ohne nicht-pinkes „Bussl“ gut durchs Leben. Oder zumindest geschmeidig.    

 

 

Bitch please, oder: das ist nicht Kunst, das kann weg

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Direkt aus der Jobhölle des Teilzeitgrauens für Menschen, die „was mit Büchern und Sprache“ studieren oder studiert haben, finden sich immer mal wieder diverse Jöbchen im Bereich der verbessernden tertiären Textgestaltung, sprich: Korrekturlesen. Der Laie denkt sich: wunderbar, leicht verdientes (Schwarz)Geld. Der semiprofessionelle Kollege weiß: kann so sein, muss nicht, ist selten so. Abseits wissenschaftlicher Arbeiten von legasthenischen ADHSlern und anderen gibt es auch diverse Medien, die ihre hart erwirtschafteten Werbemittel in die gehobene Überprüfung von Grammatik, Interpunktion und Rechtschreibung stecken, um sich vor der geneigten Leserschaft nicht völlig zu blamieren. Das dabei nicht immer die besten der Zunft zum Zuge kommen, zeigen Schlagzeilen wie „Aller guten Dinge sind drei – Drilllinge im Königshaus“ oder „Hier ist man gut zu vögeln“.

Ich zähle mich nicht mal im Traum zu den Besten der Zunft, schon alleine, weil ich immer mal wieder denglisch vor mich hin grammatisiere, wenn ich „in THE flow“ bin und auch weil ich schlicht (zeitlich und umfangmäßig) mehr Erfahrung in der Produktion teils fragwürdiger textlicher Ergüsse mitbringe; auch den Texten auf dieser Seite merkt man die teils mangelnde Zunftfähigkeit durchaus an. Aber wenn man mich will, dann kann man mich schon haben, um beim textuellen Feinschliff Hand anzulegen – hochkonzentriert und mit Spickzettel. Im Nachhinein stellt sich dann nur immer eher die Frage, ob ICH das wirklich gewollt haben würde, wenn ich gewusst hätte, was da kommt…

Ein vor kurzem absolvierter Auftrag in diese Richtung hat wieder einmal deutlich gemacht, dass „die Geschmäcker sind verschieden“ verlogener Bullshit  und „künstlerische Freiheit“ keine Entschuldigung für handwerkliche Unfähigkeit ist. Es ist beim Korrekturlesen an sich scharf zu trennen zwischen wissenschaftlichen Texten, deren sprachlicher Glanz auch gerne völlig unscheinbar sein darf, solange kohärent und stimmig geschrieben wird, und Medien/Werbe-„Texten“, die von einer charmanten Kombination an sprachlicher Kompetenz und ausreichendem Informationsgehalt leben. Verschiedene Geschmäcker und künstlerische Freiheit können sich also nach Herzenslust in der Literatur oder sonstiger Kunst austoben und der gehobene strukturelle Textfaschismus bleibt der Wissenschaft vorbehalten. Wenn ich aber eine zehnseitige Werbebeilage korrigiere, bei der sich mir nicht mal im Ansatz erschließt, what the fuck da jetzt eigentlich beschrieben wird, dann werde ich richtig, richtig pissig. Nicht aufgrund einer Korrektur, die im Grunde keine ist – denn als Korrektur bliebe eigentlich nur die rituelle Verbrennung des Texts samt seines Autors. Nö, ich werde pissig weil da jemandem für richtigen Scheissdreck richtig gutes Geld hinterhergeworfen wird, während unzählige gute und kompetente KollegInnen am Rande des Prekariats wandeln und womöglich auch noch genau hinter diesen wandelnden „künstlerischen Freiheiten“ herräumen müssen, als Korrekturleser, Lektoren, Drucker, Kellner, Putzhilfen oder sonstiges. Und hier zähle ich mich dann doch auch dazu, was aber kein Kompliment ist, denn das hätten viele besser gemacht. Sogar Analphabeten.

Nun mag man sich fragen: was soll diese ganze selbstgerechte Scheisse eigentlich, was will die nette, höfliche Dame eigentlich genau sagen? Und das darf ich dann natürlich nicht wirklich direkt beantworten, weil ich den Job ja noch weiter machen will. Ich darf sagen, dass ich es bei Korrekturaufträgen immer spannend finde, wenn sich mir durch den Text die „Aufgabenstellung“ bzw. Forschungsfrage erschließt, denn dann läuft es schon mal grundlegend in eine gute Richtung. Wenn das nicht passiert, dann hakt es gewaltig. Wenn das nicht passiert UND der Text nicht mal eine grundlegende Kohärenz und Sinnhaftigkeit mitbringt, dann wird es „schwierig“. Vor allem, wenn es keine Kunst sein soll, sondern durchaus allgemein verträglich. Wenn man also eine popkulturelle Theaterperformance mit antikem Background ans potentielle Publikum bringen möchte, sollte man dabei nicht klingen wie Modern Talking beim Gastauftritt in der chinesischen Oper. Die Kunst kommt in dem Fall nach dem Text, nicht im.

Und in diesem speziellen Fall kommt sie wahrscheinlich überhaupt nie, aber das ist auch schon egal. Isses eben Wunst.

[to be continued…]

Das Motivationsschreiben oder: Are you fucking kiddin’ me?

Bei den diversen freien, eigenverantwortlichen, geringfügigen oder sonstigen kreativen Beschäftigungs(förderungs)verhältnissen am Rande des Karrierespektrums ist es ja oft so, dass einem die allzu klassischen Abläufe der Jobsuche erspart bleiben (bei Leuten wie mir, die „Teamfähigkeit“ für eine Beleidigung ihrer selbstständigen Denkweise und “Networking” für was Unzüchtiges mit Massageöl und Fischernetzen halten, hat das definitv Vorteile). Vorstellungsgespräche haben meist nur eine (Knockout-)Runde und in der Regel ist es ausreichend, wenn man eine höfliche Standardmail mit Lebenslauf im Anhang sendet, um mal sein potentielles Plätzchen im Auswahlverfahren zu markieren, ohne weitere übertriebene Extraleistungen.

Selten gefragt ist dabei das titelgebende Motivationsschreiben, eine sinnlose Strafaufgabe direkt aus der Yuppie-BWL-Hölle der USA, die natürlich auch in unserem Raum übernommen werden musste, weil der asoziale 08/15-Gleichschaltungs-Ami-Scheissdreck ja immer besonders zieht, Stichwort Kulturimperialismus u.ä.. Universales Motto dieser Übung allerorts schien mir schon immer ein herzhaftes “Jetzt lasst uns mal ’ne nette kleine Einstiegshürde basteln, damit uns nicht jeder einarmige Vollpfosten mit Grundschulwortschatz anschreibt“ zu sein. Dann doch schon mal lieber eine Stunde des Lebens der potentiellen Einkommensanwärter damit verschwenden, dass ein ewiggleicher, unpersönlich-schleimiger BlaBla-Sermon Marke Googlevorlage-Copy&Paste produziert wird, den sich erst recht keiner durchliest, weil ja ohnehin immer der gleiche Scheissdreck drinsteht.

Was soll man denn auch bitteschön in so einem “Motivationsschreiben” schon großartig Erhellendes verewigen?

  • “Leute, ich bin ein egozentrisches Arschloch mit Stegaslenie und einem leichten Hang zur Cholerik, aber der Stundenlohn, den ihr da genannt habt, der könnte glatt dafür sorgen, dass ich meine eigenen Probleme für etwa 30 Minuten täglich großzügig links liegen lasse, um bei euch ein bisschen den produktiven Teamheini zu machen; weil, Teamfähig bin ich wie Sau, da machen ja andere meine Arbeit”
  • “Ich bin so blöd und oberflächlich, wie ich auf meinem Bewerbungsfoto aussehe, aber mein Kaffee ist spitze und ich kann auch super tippen, echt jetzt, solange mir halt nicht die Krawatte auf der Tastatur im Weg ist”
  • “Ganz ehrlich: ich brauch ’nen Job, ihr habt ’ne Stelle frei die innerhalb des Spektrums meiner besonderen Fähigkeiten und Ausbildungen liegt. Ich mache meinen Job und ihr zahlt mich dafür – Deal?”.

Natürlich hat der ganze Scheissdreck nicht nur System, sondern auch Sinn, das ist mir schon klar (Doktorat sei Dank durfte ich bei dem Zirkus ja auch schon mitmachen); effizient durch die Bewerbungsphase auf Seiten der Ausschreibenden ist die Devise, bloß keine Besonderheiten oder ein wenig Individualität, sondern standardisierte Ausbildungen, Fortbildungen, Lebenswege, Beweggründe, Motivationen. Jede Branche hat ihre bevorzugten Bestseller und Dauerbrenner, die das HR-Department erfreuen. Weil man ja nichts besseres zu tun hat, und sich auch ja alle immer ganz wichtig vorkommen sollen…

Mit ein bisschen Glück und Geschick reicht eines dieser zauberhaften “Motivationsschreiben” auch für mehrere Versuche; in diesem Fall nur bitte immer vergewissern, dass die Unternehmen und Insitutionen richtig ausgetauscht und reinkopiert wurden – sonst folgt eine beleidigt und dezent indignierte Anwort, in der sich die Exzellenzuniversität VonUndZuGroßerName-KleinerOrt „bedauerlicherweise außerstande sieht, Ihren Antrag in weiterer Instanz zu bearbeiten, da Sie sich gemäß Ihres Motivationsschreibens eher dazu berufen fühlen, hervorragende zweisprachige Texte mit dem besonderen Etwas für sexybutts.de und dirtymothafuckacum-in.com zu verfassen“.

Tja, was soll ich sagen… Ich hasse nun mal Zeitverschwendung.

Just s(h)itting here oder: neulich beim Vorstellungsgespräch

Auf die Technik der modernen Zeiten werden Loblieder gesungen und Engelschöre der Kreativität trompeten den Abzockern, ähm, pardon, Verantwortlichen bei Äppel, Gugel, Meikrosoft und Konsorten kreative Möglichkeiten der humanitären Alltagsverblödung, ähm, schon wieder pardon, Alltagserleichterung in den Arsch, dass die Kontostände eben jener jubilieren mögen; Fortschritt um jeden Preis ist das Motto, every single fucking second. Auch am früher so schön stillen Örtchen.

Nun sei festgestellt, dass ich grundsätzlich ein sehr zurückgezogener Mensch bin; ich mag zwar einen Hang zur ordinären Wortwahl zeigen (oder, wie meine Omma immer sagt: „Also sowas!!“) und daher ein wenig „laut“ erscheinen, aber ich bin wahrlich nicht die erste an oder auf der Rampe, und auch nicht die 15te. Eher die 150igste. Und eben weil ich so gerne unsichtbar bin, bin ich auch dezent in der Erledigung elementarer Körperfunktionen… Soll heißen: wenn ich einen ziehen lasse, kann schon mal der/dem ein oder anderen flau werden, es können Fliegen sterben und meine Mieze sich unter dem Bett verstecken, aber eines geschieht sicher nicht – dass irgendwer was hört. Nö.

Es gibt Situationen im Leben, da sollte man nicht unsichtbar sein, weil es schlicht schlecht fürs Geschäft ist. Dazu zählen etwa Vorstellungsgespräche, auch jene, von denen man schon im Vorhinein weiß, dass es eine Nullnummer wird. Weil ich bei günstiger Sternenkonstellation, harmonischem Biorhythmus und ausreichend Baldrian im Kaffee auch gerne mal guten Willen zeige, schlage ich dann schon mal bei potentiellen Leerläufern auf, egal wie bescheiden die Ausgangslage scheint. Nachdem ich aufgrund geographischer Missinterpretationen der Firmenschilder fünf Minuten zu spät komme, mache ich schon mal Eindruck bei der hauseigenen Keramik, bei der ich höflich anklopfe, um im Anschluss die Türe zu öffnen, meinen Lebenslauf vorzustrecken und meine üblichen Floskeln auszupacken; Klobesen und Waschbecken zeigen sich wenig beeindruckt, gesegnet seien all jene, die sinnerfassend ein Türschild lesen können. Zwei Türen weiter findet sich die Aufschrift „Empfang“, wo mein Auftritt zwar ebenso wenig zu beeindrucken scheint, dafür jedoch mehr Resonanz hervorruft. Ich werde nach kurzer Wartezeit zur Tür neben der Toilette geschickt, unbeschriftet – dahinter versteckt sich die „Kreativchefin“. Mehr Chefin als kreativ erklärt man sich gegenseitig, was man wollen sollte und nicht will, spricht sich viel Glück aus, schüttelt sich die Hände und weiß, dass man sich nie mehr wiedersehen wird.

Das kurzzeitige Verlassen meiner Unsichtbarkeit geht oft mit einem dringenden Drang zum Toilettenbesuch einher, Stresspinkeln at its best. Glücklicherweise habe ich ja bereits herausgefunden, dass sich die Schüssel direkt neben der Chefität befindet. Einmal noch kurz strullern, dann raus und rum und heim. Schon wieder weg, schon wieder unsichtbar. Es wäre so schön gewesen. Wäre. Doch vor einigen Jahren haben findige Ingenieure mit überempfindlichen Nasen WC-Entlüfter ersonnen, die sich nach einem bestimmen Zeitraum – meist etwa drei Sekunden – automatisch einschalten, um den potentiellen Exitus durch akute Darmentleerungsnebenerscheinungen zu verhindern. Nix mehr mit Selbstbestimmung, kein eigener Schalter mehr für den eventuell gewünschten Raumluftaustausch. Dies wiederum weckt bei zurückhaltenden Menschen (MIR!!!!) den Verfolgungswahn alle Welt sei der Meinung, ich scheisse hier mal eben gepflegt ab, komme was wolle, zu Gast bei anderen Leuten kackt es sich umso gemütlicher. Je älter das Entlüftermodell, desto mehr Dezibel im Abgang, sehr entspannend am stillen Örtchen also.

Langer Rede bescheidener Sinn: unsichtbar bleiben wird immer schwieriger in einer Welt, in der man nicht mal mehr Rock, Strümpfe und Schlübber pflichtgemäß handhaben darf, bevor eine Boeing 747 im Hintergrund das individuelle Entleerungsverhalten untermalt. Ohne ausreichende Kenntnisse im Expressstrullern für Angewandte Urinierungskunde werde ich wohl weiterhin mit dem trivialen Drama meiner fehlgeschlagenen Stealthqualitäten im Pinkelbereich leben müssen. Weil es das stille Örtchen nicht mehr gibt und man gar nicht laut genug verkünden kann, dass gerade wieder jemand länger als fünf Sekunden auf der Keramik thront.

The Walking Undead oder: Wer mir Zeit stehlen kann, hat noch ausreichend Pulsschlag

Im steten Bemühen um vielseitige und womöglich doch auch noch regelmäßig Einkünfte (jajaja, die „frei-schaffende“ in mir wird ja wohl noch träumen dürfen…) ergeben sich auch Möglichkeiten, für fast lau und mit viel Liebe zum Mitmensch als OrdinationsassistenIn/ArzthelferIn ein wenig Lebenszeit zu verbringen. An sich eine löblich Tätigkeit und zudem angenehm für Menschen mit Hang zum Zeitmanagement, da hier die Arbeitszeiten teils in Stein gemeißelt und in Großdruck festgehalten sind, sodass die Gefahr von zuviel erwünschter zeitlicher Flexibilität praktisch gebannt scheint. Meist.

Ich muss hier leider passen. Meine tiefsitzende Abneigung gegen unnötige interpersonale Kontakte und Kommunikationsakte hat sich von „latent“ zu „tiefsitzend“ während der Ausübung eben jener Tätigkeit einige Jahre zuvor manifestiert.

Ich war mal ein paar Monate bei einer praktischen Ärztin im Frontdienst. Wir haben uns hervorragend verstanden und waren recht zufrieden miteinander; wenn da nicht noch diese anderen Menschen gewesen wären, ich wäre dort heute noch. Wobei man das jetzt bitte nicht falsch verstehen sollte: wenn ich mit den Fingern in die Kreissäge komme und es heftig blutet, dann denke auch ich an einen Gang zum Fachmenschen. Ebenso wenn ich aufgrund starker Rückenschmerzen tagelang an Gollum erinnere und irgendwann von A nach B zu rollen beginne; da denke ich dann: „ach, so ein kleines Schmerzmittelchen wäre vielleicht angebracht.“ Und auch für Operationen am offenen Herzen, Entbindungen und Amputationen reichen der Konsum einiger YouTube-Videos und eine optimistisch-zuversichtliche DIY-Einstellung sicher nur bedingt aus, um tatsächlich erfolgreich zu sein.

Aber man muss armen OrdinationsassistInnEn auch nicht wegen einem eingewachsenen Zehennagel, Phantomschmerzen zur Arbeitsvermeidung oder unaussprechlicher Medikamente die Hölle heiß machen; das lässt sich doch alles auch verträglich gestalten, weil, Eile beim Arzt macht schlechte Laune, vor allem mir. Weil: diverse Launen sind nicht das Problem der Ordinationsassis (also mir).

Niemand vereinbart einen Termin fast alle wollen zur/m Heilenden ihres Herzens: Das kann natürlich so nicht funktionieren. Um diese Tatsache kompetent zu vermitteln, sitzen dann so Menschlein (wie zum Beispiel ich) hinter einer viel zu großen Pudel und versuchen erstmal herauszufinden, wo bei Namensangaben wie „Christopher Paul Peter“ vorne und hinten ist und ob man der älteren Dame mit dem freundlichen Lächeln und dem geistesabwesenden Blick tatsächlich drei Großpackungen Schlafmittel verschreiben darf, oder ob man sich damit Tage später in den Lokalnachrichten wiederfindet. Die mittelalterliche, vollschlanke Dame, die jeden zweiten Tag nach Rezepten für Blutdruck- und Cholesterinsenker für sich und ihren chronisch kranken Göttergatten verlangt und dabei einen zarten Duft aus dem Potpourri von Döner, Pommes und kaltem Rauch verströmt, schuf mit ihrer beständigen Präsenz einen Hauch Routine und fast wäre ich versucht gewesen, ihr einen eigenen Stuhl mit Gravur ins Wartezimmer zu stellen…aber nur fast. „Ältere“ Damen (fast ausschließlich; das Geschlechterverhältnis scheint nach Erreichen des 65. Lebensjahres doch deutlich zu kippen), die einem tütenweise leere Medikamentenschachteln vor die Nase kippen, weil „also das brauch ich mal sicher, junges Fräulein, und dann sehen wir weiter, und zur Frau Doktor möchte ich auch“; höchst wichtige Damen/Herren, ohne die sich die Welt nicht weiterdrehen würde – weil sie sind schließlich Mag./Dr. Gofuckyourselfandgetalifeasshole  -, die es ungeheuerlich finden, dass sie tatsächlich warten müssen, wo sie doch keinen Termin vereinbart aber es trotzdem furchtbar eilig haben; alte Männer mit Hut (jaaaa, genau, es sind zwar wenige, aber die wenigen haben ihr ganz eigenes Klischee….) die nicht 100% überzeugt davon sind, dass ich als junge Frau tatsächlich lesen und schreiben kann und lieber mit jemand „ernstzunehmenden“ über ihre Medikamente sprechen möchten; und all jene Kandidaten, die laut Selbstdiagnose und Dr. Google praktisch mit einem Fuß im Grab stehen, was sich allerdings (noch) nicht mit den Erkenntnissen der behandelnden Ärzte und diversen tatsächlichen Testergebnissen deckt und dementsprechend natürlich SOFORT, nachdrücklich und ausführlich mit MIR besprochen werden muss, weil, bis zur Frau Doktor ist man ja noch nicht durchgedrungen; …

Ne, das mach ich lieber nicht nochmal. Da muss man definitv dafür gemacht sein, für den Umgang mit Menschen sowieso und hier im speziellen nochmal mehr. Dann doch lieber illustre Text- und Korrekturkatastrophen, da darf ich wenigstens alleine und ohne Menschen vor mich hinexistieren. Und laut lachen ohne dass mich jemand komisch ankuckt oder sich zutiefst beleidigt fühlt…

Bullshitbingo Pt. 2 -viel „Wollen“, wenig „Sollen“

Wie ich schon mal erwähnt habe (soweit die Erinnerung nicht trügt), arbeite ich immer mal wieder als Texterin, um meine bescheidenen Talente in den Frondienst des schnöden Mammons zu stellen, weil, nichts ist umsonst, auch nicht die Pflege bescheidener Talente. Besagter schnöder Mammon führt zu öder Tätigkeit, vor allem für so weltfremde Menschen wie mich, die ohne Fernseher am gesellschaftlichen Puls der soziokulturellen Brennpunkte vorbeiexistieren und höchsten Mal von IKEA und H&M so ’ne prä-spammige schicke Werbemail kriegen [und ja, tatsächlich: wer halbwegs schreiben kann, kann damit popkulturelle Ignoranz ebenso halbwegs ausgleichen…]. Trotzdem soll ich Begehren schaffen, wo absolut kein Begehren nötig ist, weil kein Mensch den überteuerten Drecksplunder braucht – bitte gerne, für ausreichend Euro pro Wort verkaufe ich Donald Trump auch Echthaartoupets, damit er sich sein verratztes Meerschweinchen nicht mehr so armselig über das hohle Haupt drapieren muss.

Mal wieder Mode; hatten wa schon, mäßig belustigend. Letztes Mal sollte ich über die Vorzüge „ästhetischer“ Damenunterwäsche schwadronieren – die Recherche zum Thema erwies sich als außerordentlich erleuchtend für jemanden, die ihre Schlübber bei Aldi ersteht (3 Stück für 5 Euro, dafür lachen dir dann Tweetie, der Pink Panther und Betty Boop vom Arsch) und der latente Alltagssexismus des Auftrages an sich rundete die absolut erhellende Texterstellung  gelungen ab. Diesmal war nix mit Alltagssexismus, dafür galt das weitverbreitete Motto der Modewelt („Vorwärts in die Vergangenheit!“) und verlangte eine ausführliche Recherche zum Thema „Jeans sind nie out – aktuelle Trends“, die  geradezu überwältigende Ergebnisse brachte und deren Resultat dem Titel eindeutig widersprach: manches wurde zu Recht geschreddert.

Da Kindheit und Teeniezeit die 80er und 90er ausreichend abdecken, kann ich mich an viele Hässlichkeiten live erinnern und musste manche sogar selbst tragen (nein, Leggings sind immer noch KEINE Hosen); dass also jemand ausgerechnet diese absolut hässlichen und grausam unbequemen Hosen reaktiviert, deren Bund einem bis zum Brustansatz reichen und die jede trächtige Elefantenkuh ästhetischer wirken lassen als ihre(n) Träger(in), hat mich nicht nur zutiefst verstört („sowas von scheissunbequem, die Drecksteile!!!“, ruft es aus dem letzten Jahrhundert; „Das is jetzt wieder hip weil wir noch ein paar Lager voll übrig haben, und außerdem heißt das High-Wa(i)st(e)!!!“, brüllt das Jahr 2016 in die Vergangenheit zurück), sondern auch zutiefst beunruhigt (immerhin werde auch ich irgendwann mal wieder neue Jeans kaufen müssen…ich hoffe, der Trend stirbt schneller als meine Lieblingshosen). Wahrlich faszinierend finde ich es allerdings, dass junge und „moderne“ Frauen, die halb so alt sind wie ich und trotzdem schon rauchen, freiwillig sogenannte „Mom-Jeans“ (Name=Programm) kaufen sollen; klar, damit der Industriewunsch aufgeht, schreiben sich so Honks wie ich die letzten Reste guten Karmas und Ehrgefühl aus dem Verstand, damit dir (ja DIR, dir da draußen mit dem mickrigen Instagram-Account, der noch etwas mehr #YOLO, #WTF, #STYLE und #whatwouldaKartrashianwear vertragen könnte, also kauf, kauf, KAUF!!!!) klar wird, dass „Mom-Jeans der neueste Shit sind, die man lässig mit Shirt und Sneakers zum Bummeln, stylish mit Pumps, Bluse und deiner (obligatorischen) Michael-Kors-Bag (never forget the fucking Michael-Kors-Bag, like, NOBODY got one, biatch) im Office und natürlich schick und sexy mit Stilettos und verführerischem Top im Club kombinieren kann – lass dich nicht vom Namen täuschen, mit Mom-Jeans bestimmst du alleine, was läuft!“…

Überzeugt? Ne? Ne, wär ich auch nicht, das Teil sieht tatsächlich unterirdisch aus, egal an welchem menschlichen Kleiderständer diverse Modemagazine es aufhängen. Aber ab einem gewissen Maß an Informationsüberschuss reagieren Hirn und (Tipp)Hand bei mir dann überreizt und übermütig, was oft zu besonders, ähm, „einzigartiger“ Textkunst führt, die glücklicherweise für drittklassige Lifestyle“blogs“ irgendwo da draußen im WorldWideWeb ausreichen. Und mir ein bisschen Dach überm Kopf und so finanzieren. Und die (ebenso glücklicherweise) mit diesen dermaßen furchtbaren Themen nicht allzu oft bei mir aufkommen, weil ich nach mehr oder weniger erfolgreich absolvierten solcherartigen Aufträgen immer völlig schockiert bin, wieviel unerwünschte Info mein Hirn in sich aufsaugt und nienienienie wieder freigibt – Mom-Jeans forever!!!!