First steps oder: nichts neues, aber neuerlich nennenswert?

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Yoghurtglas und Teebecher begleiten mich schon recht lange, die Trinkflasche ist neu – in kleinen (leistbaren) Schritten wird neues und altes Wissen umgesetzt…

Hier geht es gerade in eine neue Richtung, die bekannte Inhalte ergänzt; das passiert nicht zuletzt, weil mein unerträgliches Mitteilungsbedürfnis ja irgendwo angebracht werden muss. Außerdem kann man grundsätzlich vieles mit Humor nehmen, wenn man mag, vor allem auch sich selbst auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen und Einblicken. Und nachdem ich ja eigentlich gerade einen größeren Auftrag als Schreiberlingin zu bearbeiten HÄTTE, Einzelhandel und korrigierende Nebentätigkeit ebenso aus ihren Ecken brüllen und dann noch zwei Konferenz-Proposals be(er?!)arbeitet werden wollen/sollten, bleibt einem doch gar keine andere Möglichkeit, als mal eben schnell neue Leidenschaften für wichtige Dinge zu entwickeln, die dann unglaublich dringend schriftlich festgehalten werden müssen. Weniger ist mehr, lautet schließlich die neue Devise, also soll man sich nicht von zu vielem stressen lassen…

Jede/r von uns kennt das, wenn altbekannte Dinge plötzlich Thema werden oder man, besser gesagt, erkennen darf, dass jene Dinge, die für einen selbst selbstverständlich sind, jemand anderem eher fremd sind. Das soll hier jetzt weder in die kulturrelativistische Who-gives-a-fuck-Richtung noch in die Großmuddi-hat-immer-gesagt-Ecke abdriften, jeder lebt nach anderen Werten und Vorstellungen und das muss auch dann Platz haben, wenn es meiner eigenen Position widerspricht, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Aber eben weil wir alle unterschiedliche Dinge wissen, kennen und beachten, scheint uns unterschiedliches erwähnenswert oder nicht.

Unabhängig von neuen Zugängen zur minimalistisch-nachhaltigen Lebensweise war mir schon recht lange klar, dass Plastik plöd ist, salopp umschrieben. Schon meine Mutter, ihres Zeichens (und laut der ewig-wiederkehrenden Legendenbildung meiner Großmuddi) ein „zart besaitetes Siebenmonatskind“, hat lieber drei Liter Milch oder Mineralwasser in der Glasflasche durch die Gegend geschleppt, als die gleiche Menge im Tetrapack bzw. in Plastikflaschen zu erwerben. Irgendwann gab es die Möglichkeit im herkömmlichen Lebensmittelhandel zwar nicht bzw. kaum mehr, aber bis es soweit war, hat Muddi fleißig mit Milch- und Sodaflaschen trainiert. Großmuddi hingegen hält die Erfindung von Plastik nach wie vor für ein Geschenk des Himmels (da sie nicht gläubig ist, beißt sich hier die argumentative Logikkatze ziemlich in den Schwanz, aber was soll’s), deshalb gab’s die Jausenboxen und Trinkflaschen immer aus Plastik, aber immerhin nicht Einweg. Tupperware & Co. für alle nur erdenklichen Gelegenheiten, mit meiner Großmuddi als wandelndem Inbegriff von erfolgreich gelebtem Direktvertrieb; einzig die Bananenboxen hat sie nie erworben, weil sie der Meinung war, dass Bananen in ihrer individuellen Endproduktkrümmung zu wenig durchschnittliche Einheitlichkeit aufweisen, als dass sich der Erwerb eines eigenartig geformten Tupperteils langfristig rechnen würde. Der Umstand, dass eine Banane an sich ja schon „verpackt“ beim Verbraucher ankommt und daher nicht unbedingt noch ein Plastikmäntelchen benötigt, war bei der Entscheidungsfindung bezüglich der standhaften Kaufverweigerung übrigens kein Argument.

Es war mir also irgendwie „immer schon“ klar, dass man Getränkeflaschen und Jausenboxen mit Mehrwert verwendet, anstatt das Brötchen zu folieren und sich ständig Einwegflaschen zu kaufen. Einzig das mit dem Mehrwertplastik hatte ich so nicht am Schirm. Und so ich stehe nun vor einer richtig fetten Schublade voll Tupperware und den entsprechenden Fakes (manchmal stand Großmuddi der Sinn nach einem preisgünstigeren Abenteuer aus der No-Name-Ecke), die sich aufgrund ihrer schier beeindruckenden Zahl innerhalb von nur einer Generation auf die gesamte Familie und von dort aus weiter auf diverse ExpartnerInnen, liebevoll ausgewählte Ex-WGs, unzählige – bei Parties/Treffen/Grillfeiern – zwangsbeglückte FreundInnen sowie ein paar Nachbarn verteilt und vererbt haben, Großmuddi sei Dank. Die kann ich natürlich nicht alle weggeben, und wegwerfen ohnehin nicht, was aber auch nicht nötig ist, weil das Zeug mich und die kommenden zehn Generationen mal locker taufrisch übersteht. Außerdem gilt für mich als Enkelkind aus dem Tupperwarezoo immer noch, dass es immerhin Mehrwert ist, wenn auch mit viel mehr, als einem eigentlich lieb sein mag…
Aber mein Yoghurt kommt trotzdem lieber ins Glas, ist seit Jahren dank Bügelverschluss die einzige (zumindest von mir erprobte) Weise, wie es auch IM Behältnis bleibt und nicht liebevoll Bekanntschaft mit dem Inhalt meiner Tasche schließt. Und meine erste Flasche aus Edelstahl habe ich vor kurzem auch endlich erstanden, weil irgendwann mal Schluss mit vermeintlich mehrwertigem Kunststoff sein soll und ich für Glasflaschen leider viel zu ungeschickt bin (meine Mutter hat mir vor Jahren eine wunderschöne und sehr praktische Flasche von Soulbottles geschenkt, die natürlich fast sofort üble Kollateralschäden beim Versuch des erfolgreichen Wassertransports ungeachtet der Gefahren alltäglicher Gravitationsauswirkungen auf meine Motorik davongetragen hat, leider…sie steht aber immer noch in meiner Küche, den Sprung am Flaschenhals habe ich mit Tesa abgeklebt und wenn ich einen guten Tag habe und optimistisch bin, dass ich heute meine Extremitäten und die allgemeine Köperkoordination im Griff habe, dann verwende ich sie zuhause). 

Dss mit der Edelstahlflasche erzähle ich Großmuddi aber nicht, die hält Trinkflaschen und Jausendosen aus Nicht-Plastik wieder für so ’nen neumodischen Dreck…

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