Why give a fuck oder: „also das tut jetzt ja mal gar nichts für sie“

Jede braucht ein Hobby und ich natürlich auch; da nähen und andere handwerkliche Dinge für mich mehr praktische als entspannende Aspekte beinhalten, bleibt in meinem Fall nur mehr die brachiale triviale Tragik, um den Fremdschämfaktor in ungeahnt entspannende Höhen zu treiben. Soll heißen: wenn die Gefahr wächst, dass irgendwo ein Schalter fliegt und die ADHS mich nahe an den prokrastinierend-chaotischen Wohnungsputz führt, weiche ich von jeglicher Kopfarbeit zurück, lege die Füßchen hoch, schlürfe einen schönen Rum mit Tee und lese mich ein bisschen durchs Indanädd, bevorzugt englischsprachige Seiten a’la Buzzfeed, Fuckyogossips und Konsorten. Weil, wenn schon entspannender Brainfuck, dann richtig.

Leider habe ich manchmal nicht genug Rum im Tee, um das Fremdschämen so richtig grässlich (und vergesslich) zu gestalten; Daher folgt an dieser Stelle ein kleiner Exkurs mit einem Hauch öffentlichem Fremdschämen im Angang, weil: manches ist sogar mir zu doof – trotzdem kann man drüber schreiben. Grundsätzlich sei mal festgehalten, dass ich und Millionen andere Menschen K(immie) K(ay) wieder mal nackt gesehen haben. An sich nichts neues, und sowas wie Instagram oder Twitpic lädt schließlich auch dazu ein, Fotos online zu stellen, da sollte man den Akteuren im Spiel der digitalen Eitelkeiten nun wirklich keine Vorwürfe machen. Zudem braucht – wie bereits zuvor festgehalten – jede ein Hobby, und das gilt natürlich auch für K(immie) – Nacktfotos sind kostengünstig, leicht zu gestalten und können als nette Erinnerung an schönere Zeiten dienen.

An sich also nicht außergewöhnliches, bis sich weitere, bevorzugt bekleidete, Flittervögel der Glitzerwelt dazu berufen fühlten, K(immies) neueste Hobbykreation zu beurteilen. Aufgrund mangelnder Fachkenntnis galten diese Urteile dann weniger der Ästhetik der Bildgestaltung als mehr der Fragwürdigkeit des Bildmittelpunktes. Von da an etwa hatte mich das Drama der egozentrischen Selbstdarsteller endgültig gefangen, zudem war noch Rum mit Tee übrig. Und noch ein bisschen mehr Entspannung nötig.

Fakt ist: Kritikfähigkeit will gelernt sein, K(immie) K(ay) braucht Nachhilfe. Fakt ist auch: nur weil man nahe des Weltfrauentages den getunten Body ins Netz lädt, heißt das noch lange nicht, dass man gleich eine Agenda verfolgt. Auch wenn irgendein PR-Fuzzi (oder die eigene Mudda, oder dein Alda, oder sonstwer, der/die/das lesen und schreiben kann) das Tage später gerne so drehen würde. K(immie) K(ay) ist von „female empowerment“ so weit entfernt wie ich von ihrem Kontostand. Und nein, natürlich und zum Glück kenne ich die Dame nicht persönlich. Dank diverser Entspannungseinheiten im Laufe der Jahre weiß ich von K(immie), dass sie hervorragend vor der Kamera heiraten kann, vor der Kamera stehen, gehen und praktisch alles sonstige machen kann und seit einiger Zeit neben den Designerhandtaschen auch ein paar Kinder durch die Gegend trägt. Und sich gerne (halb)nackt ins Netz lädt. Alles zusammen völlig legitime, aber keineswegs beeindruckende Tätigkeiten. Als einzige klar erkennbare Agenda scheint das Motto „Catch the camera if you can“ zu gelten, und darin ist K(immie) tatsächlich sehr erfolgreich, das muss man ihr lassen.

Im Land der stark begrenzten Möglichkeiten aber kann man nicht einfach ‘lächeln, nicken, weitergehen’, NEIN, es wird diskutiert, kritisiert und ein feministisch-sozialkritisches Anliegen illusioniert, nur weil ein Schrei nach Aufmerksamkeit vor weißen Badezimmerfliesen etwas zuviel Schrei produziert hat. Und ganz ehrlich, ich kriege in meiner geschützten Kreativ-Werk-Stätte ja wirklich wenig popkulturelles mit – wenn die gute K(immie) in all ihrer Geltungssucht mit einem Rattenschwanz an medialen Diskussionsversuchen sogar auf meinem Bildschirm landet, dann habe ich mich zum einen famos falsch versurft und es wird zum anderen unnötig viel Aufhebens um etwas gemacht, was so trivial ist wie ein nackter Körper an sich. Es grüßt der Wahnsinn aus einem Land, in dem Donald Drumpf Zwergenkönig werden möchte. Und versüßt mir den Feierabend. Auf dass ich nicht immer nur über doofe Jobs und Karrierekacke motzen darf…

 

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